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Umsetzungs-

projekte

Die Umsetzungsprojekte der Energiewerkstatt Wurzener Land entstehen in enger Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern. Sie verbinden innovative Ansätze zur Energieerzeugung, Effizienz und nachhaltigen Nutzung lokaler Ressourcen. Die Projekte zeigen das Potenzial der Region und dienen als konzeptionelle Grundlage für die Energieversorgung der Zukunft. Eine spätere Realisierung ist nicht garantiert.

Energiezentrum Wurzener Land

Quelle: Planungsbüro Hanke GmbH

Das Mittelstandszentrum Wurzen entwickelt sich zu einem Energie- und Wirtschaftsstandort für das Wurzener Land. Ziel ist es, den Standort vom reinen Energieverbraucher zu einem aktiven Teil der regionalen Energieerzeugung zu machen.

Im Mittelpunkt steht die Zusammenarbeit der ansässigen Unternehmen. Statt einzelner Lösungen werden Energie, Infrastruktur und Prozesse gemeinsam betrachtet. So lassen sich Synergien nutzen, Ressourcen effizient einsetzen und neue Lösungen entwickeln – etwa durch die gemeinsame Nutzung von Energie, Abwärme oder technischen Anlagen.

Am Standort arbeiten Unternehmen aus Industrie, Anlagen- und Maschinenbau, Energieversorgung, Wärmenetzen und erneuerbaren Energien zusammen. Diese Vielfalt schafft die Grundlage für ein integriertes Standortkonzept, das wirtschaftliche Anforderungen und energetische Ziele verbindet.

Die Mulde ist mehr als ein Landschaftselement – sie ist eine Energiequelle für die Region. Mit dem Projekt „Energiefluss Mulde“ wird ihr Potenzial gezielt für die lokale Strom- und Wärmeversorgung genutzt.

Kern des Projekts ist die Kombination zweier Technologien: Ein Laufwasserkraftwerk erzeugt erneuerbaren Strom direkt aus der Fließbewegung des Wassers. Ergänzt wird es durch eine Flusswasser-Wärmepumpe, die die im Fluss gespeicherte Umweltwärme für die nachhaltige Wärmeversorgung nutzbar macht.

Beide Systeme greifen ineinander und bilden ein integriertes Energiesystem, das natürliche Ressourcen effizient nutzt, die Versorgung vor Ort stärkt und regionale Wertschöpfung schafft.

Energiefluss Mulde

Grüne Kleegasse

Quelle: Söhner Solarpark GmbH & Co. KG

Wo früher Abfall gelagert wurde, entsteht heute erneuerbare Energie. In diesem Projekt wird eine ehemals genutzte Deponiefläche sinnvoll für die regionale Energiewende reaktiviert.

Auf dem Plateau der Deponie wird eine Photovoltaikanlage errichtet, die das angrenzende Areal direkt mit regional erzeugtem Strom versorgt. So wird eine Fläche genutzt, die für andere Zwecke kaum geeignet ist – ohne zusätzlichen Flächenverbrauch.

Da Eingriffe in den Deponiekörper technisch und rechtlich nicht möglich sind, kommt eine besonders schonende Bauweise zum Einsatz: Die PV-Module werden mit recycelbaren Ballastierungssystemen installiert. Sie benötigen keine Fundamente, versiegeln den Boden nicht und lassen sich vollständig zurückbauen.

Viele ländliche Gemeinden tragen heute die Lasten der Energieerzeugung, während städtische Gebiete von ihrer Lage profitieren. Das Projekt untersucht, wie Netzentgelte gerechter gestaltet werden können, sodass Regionen, die direkt von Anlagen wie Windrädern oder Photovoltaik profitieren, faire Preise für ihre Energie zahlen – und die Nachteile ausgeglichen werden.

Gemeinsam mit der HTWK Leipzig und GICON wird ein digitales Modell erstellt, das zeigt, wie Energie heute fließt und genutzt wird. Darauf basierend werden Szenarien entwickelt, wie Netzentgelte angepasst werden könnten, um regionale Vorteile und Belastungen auszugleichen.

Das Projekt ist theoretisch angelegt und soll zeigen, wie faire Kostenverteilung, mehr Versorgungsgerechtigkeit und lokale Wertschöpfung aussehen könnten – als Orientierung für Politik, Energieversorger und regionale Akteure.

Faire Netze

Hackschnitzelhof

Das Projekt verwandelt eine brachliegende Fläche in einen zentralen Baustein der regionalen Energiewende. Ziel ist es, regionale Biomasse nachhaltig zu nutzen, Wertschöpfung vor Ort zu halten und die Wärmeversorgung langfristig zu sichern.

Biomasse aus der Region – vor allem aus Agroforstsystemen – wird auf dem Standort für Trocknung, Verarbeitung und Lagerung gebündelt. So entsteht das logistische Herzstück für die Versorgung regionaler Nahwärmenetze.

Das Vorhaben erfordert enge Zusammenarbeit mit Kommunen, Landkreis und Behörden, um regulatorische Anforderungen an die Flächennutzung zu erfüllen.